Montagsvortrag:

  Landwirtschaft zwischen Lust und Frust – Frag doch mal den Bauern

 

Mit dieser provokanten Aussage hatte die Volkshochschule Krempe e.V. am 18. Februar zum traditionellen Montagsvortrag eingeladen. Bernd Schwartkop, selbst ausgebildeter Landwirt und passionierter Pflanzenbauer in der Region ging in seinem Vortrag auf die veränderte Rolle der Landwirtschaft zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein. In der Nachkriegszeit wurden Leistung und Erfolg der Landwirtschaft hauptsächlich gemessen an der Menge und Qualität der landwirtschaftlichen Produktion. Heute muss sich die Landwirtschaft gesellschaftlich und wirtschaftlich neu definieren. Dabei spielen die Weltmärkte, die internationalen Handelsvereinbarungen, die gesellschaftliche Diskussion und die verschiedenen gesetzgebenden Ebenen eine entscheidende Rolle.

Anhand von konkreten Beispielen wurde an diesem Abend deutlich, wie die landwirtschaftliche Produktion im Ackerbau mit durchgängig überwachte, dokumentierte und präzis gesteuerte Prozesse einhergeht. Auch wenn der Einzug moderner EDV-gestützter Technologien im Wesentlichen gesetzlichen Vorgaben wie der Düngeverordnung und den Pflanzenschutzvorgaben geschuldet ist, bietet sie gleichzeitig Voraussetzungen für Umweltschutz und spart dem Bauern Kosten. Die modernen GPS-gesteuerten Systeme in der Feldbearbeitung senken zum Beispiel den Einsatz an Pflanzenschutzmittel. Vor allem den „Verbrauchern“ unter den 40 Zuhörern wurde die Komplexität der modernen Landwirtschaft bewusst. In der anschließenden Diskussion wurde Bernd Schwartkop von seinen Berufskollegen dahingehend unterstützt, dass der Wunsch der Gesellschaft nach einer nachhaltigen Landwirtschaft auch etwas kosten muss. „Wenn ich auf dem Wochenmarkt ein gegrilltes Hähnchen für 2,50 € kaufe, dann muss mir auch klar sein, dass das nicht mit einer nachhaltigen Landwirtschaft zu schaffen ist“, so Bernd Schwartkop. Er sieht die Notwendigkeit einer breiten fairen öffentlichen Diskussion zum Thema Landwirtschaft, in der sich grundlegende Fragestellungen und Fachlichkeit begegnen.

Dr. Maria Meiners-Gefken

 

Bernd Schwartkop mit Sohn Lukas, der den

landwirtschaftlichen Betrieb übernehmen wird.

 

 

Gemeinsam mit der Volkshochschule Krempe e.V. wiederholte die Bürgerinformation Krempermarsch (BIK) am Samstag, 16. Februar, von 14:00 bis 17:00 Uhr ihren digitalen Aktionstag. Die Veranstaltung fand statt in der Mensa

des Schulverbandes Krempermarsch in Krempe und stand unter dem Motto

„Digitale Medien - Informieren und Ausprobieren“.

 

Auch wenn aufgrund des ersten sonnigen Wochenendes in diesem Jahr viele Besucher lieber einer Outdoor-Tätigkeit nachgingen, waren die Veranstalter mit der Besucherzahl zufrieden. Die Gestaltung des Nachmittags, bei der sich die ca. 50 Besucher einen Überblick über die zunehmende Digitalisierung im Alltag verschaffen konnten, wurde unterstützt von der Sparkasse Westholstein, dem Amt Krempermarsch, der Polizeidirektion Itzehoe und verschiedenen Vereinen der Region. Ob der sichere Umgang mit dem Internet, Fragen zum Online-Banking oder zum e-Personalausweis,

Experten vor Ort standen den fragenden Gäste zur Verfügung.

Das Thema Elektromobiles Carsharing in Form des Dörpsmobils stand erstmalig auf dem Programm.  In einer Ersten- Hilfe -Werkstatt konnten gezielt Probleme mit dem eigenen Smartphone oder Notebook besprochen werden. Die Jugend stellte ihr „denkende Haus“ vor, per Internet wurden persönliche Postkarten mit aktuellen Fotos an Freunde und Bekannte versandt und bei einem digitalen Quiz über die Krempermarsch gab es Preise zu gewinnen.

Vor allem für die jungen Gäste war der Blick in die historische Ecke interessant. „Ich denke, es ist eine ganz besondere Erfahrung, einen Text mit einer alten Schreibmaschine aufs Papier zu tippen statt mit einer modernen Tastatur“, so Maria Meiners-Gefken als Projektverantwortliche.

Zahlreiche Kuchenspenden ermöglichten einen zum Ausklang einen gemütlichen Kaffeenachmittag mit viel Zeit für Unterhaltungen.

 

The Cole Chandler Quartet

Classic American Popular Songs

 

Am Samstag, den 9. Februar gastierte zum ersten Mal die Gruppe „The Cole Chandler Quartet“ in Krempe. Rund 50 Zuhörer gaben sich den swingenden Melodien legendärer Songschreiber wie Cole Porter, Irving Berlin und George Gershwin hin.

Frisch, unverbraucht und stets elegant präsentierte Cole Chandler als Sänger des Quartetts neben bekannten Ohrwürmern wie „I love Paris“ und „A Foggy Day“ auch gefühlvolle Balladen wie „Someone to watch over me“. Cole Chandler, den Krempern als Nicolo Kramer bekannt, wird sicherlich nicht zum letzten Mal seine künstlerischen Fähigkeiten auf die Bühne gebracht haben.

Dr. Maria Meiners-Gefken

 

Pförtchen

Pförtchenpanne

 

Rezept und Zubereitung

siehe

Ruth´s Rezeptvorschläge

 

 

 

Rummelpottlaufen

 

Bei einem unserer gemeinsamen Essen haben wir auch

Pförtchen/Förtchen oder auch Plattdeutsch Pfütten

zubereitet und serviert.

Diese wurden in einer Pförtchenpfanne gebacken,

die heute meist elektrisch beheizt wird.

Früher kam die Pfanne auf den Kohleofen.

Die Pfütten erinnerten an unsere Kindheit, in der in Krempe

der Brauch des Rummelpottlaufens am letzten Tag des Jahres einfach nicht fehlen durfte.

 

 

 

Unser Lieblingslied:

 

"Old Johr Niet Jahr,

Mudder sind de Pfütten gohr?

Sind se noch nie gohr,

teubt wie noch en Jahr!"

 

Wurde die Tür nicht geöffnet, lästerten und schimpften wir

über die "knickrigen" Bewohner.

 

Wenn es etwas gab, sangen wir:

 

Hau de Kat den Schwanz aff

hau em nie so lang aff

lot nen lütten Stummel ston

wie mut noch een Huus wieder gon"

 

Krachmachen gehört ja zum ältesten Brauchtum in der Silvsternacht und das hat sich auch bis heute, eben nur in anderer Form, nicht verändert.

Das alte Jahr muss ja vertrieben werden.

Wir gingen jedenfalls am frühen Silversterabend, in Gruppen verkleidet und teils auch geschminkt, in Krempe von Tür zu Tür und wenn der

Bereich zu groß war, zumindest in die benachbarten Straßen.  

Einer hatte meistens einen Rummelpott, einen Topf aus Ton über den man eine Schweinsblase spannte mit einer Öffnung darin.

Aus der Öffnung guckte ein Schilfrohr heraus. Durch das Hin- und Herziehen des Stockes entsteht ein lautes rummelndes oder brummendes

Geräusch, das auf Dauer recht nervig sein kann. Die Schweinsblase erhielt man teilweise aus Hausschlachtung oder einen der vielen kleinen Schlachtereien, die damals noch in Krempe ansässig waren. Text unseres Lieblingsliedes (siehe rechte Spalte oben).

Für diesen Vortrag erhielten wir sehr häufig eben diese oben erwähnten Pförtchen, die überwiegend selbst gebacken wurden und alle landeten in

einem Leinenbeutel, deren Inhalt im Nachhinein aufgeteilt wurde.

Von der heutigen Hygienewelle, in der alles separat verpackt sein muss, waren wir noch weit entfernt.

Werner Kaufmann

 

 

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